Lawinenkunde
Vorsicht im freien Gelände! Immer mehr Snowboarder, Tourengeher und Skifahrer suchen das Fahrvergnügen im Tiefschnee abseits der gesicherten Pisten.
Lawinenwarnstufen
Grundsätzlich gibt es fünf Lawinenwarnstufen:
> Stufe 1: Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Auslösung ist allgemein nur bei großer Belastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind nur kleine Lawinen möglich.
> Stufe 2: Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Auslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem in Steilhängen möglich. Größere spontane Lawinen sind nicht zu erwarten.
> Stufe 3: Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Warnstufe 3 steht für ungünstige Verhältnisse: 75 Prozent der Lawinenunglücke ereignen sich bei Stufe 3!
> Stufe 4: Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere und auch große Lawinen zu erwarten.
> Stufe 5: Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind zahlreiche große Lawinen auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten.
Vorsicht – man hüte sich auch vor folgenden Irrtümern:
> In diesem Steilhang habe ich noch nie eine Lawine abgehen sehen, er ist also lawinensicher.
> In diesem kleinen, kurzen Hang kann nichts passieren.
> Wald schützt vor Lawinen, unterhalb der Waldgrenze ist es nicht gefährlich.
> Bei großer Kälte gibt es keine Lawinen.
Ebenfalls wichtig zu beachten:
> Bereits vorhandene Spuren im freien Gelände sind keineswegs Garantie für Lawinensicherheit, vielmehr kann sich die Stabilität des Hanges mit jeder Spur vermindern. Lawinen werden häufig erst bei der 5. oder 6. Abfahrt ausgelöst.
> Wenig Schnee bedeutet nicht geringe Lawinengefahr, statistisch betrachtet fordern Winter mit geringen Schneemengen besonders viele Lawinenopfer.
> Die Lawinengefahr bleibt auch durch kalte Temperaturen über eine längere Zeit erhalten!


