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Skifahren
Sicherheitsrisiko

Skifahren. Sicherheit geht vor.

Skifahren ist zwar „das Leiwandste, das man sich nur vorstellen kann“, es ist aber auch nicht ungefährlich.

Ein gewisses Risiko bleibt

Jedes Jahr passieren in Österreich bis zu 60.000 Unfälle – eine mittlere zweistellige Zahl endet gar tödlich.

Dabei spielen Selbstüberschätzung was das technische Können betrifft, fehlendes Risikobewusstsein oder unglückliche Zufälle eine große Rolle. Auch tragen schlecht übersehbare Pistenkreuzungen oder -kuppen, fehlende Fangnetze oder Lawinen (die trotz Schutzmaßnahmen auf die Piste donnern) Mitschuld an Unfällen.

Die Schwere der Verletzung hängt auch von der Schneebeschaffenheit ab: Ausreichend Neuschnee mildert in der Regel die Verletzung, während eine pickelharte Piste, an deren aperem Rand womöglich noch Steine liegen, die Sturzauswirkung verschärft. Man denke nur an den tragischen Unfall von Ex-Formel- 1-Weltmeister Michael Schumacher.

Österreichs Seilbahnen investieren jährlich rund eine halbe Milliarde Euro in die Verbesserung der Infrastruktur, wovon nur ein Teil in die Erhöhung der Sicherheit fließt. Es scheint weiter Nachholbedarf zu geben, denn das Bewusstsein und der tägliche Umgang mit Fragen der Pistensicherheit spielt kaum eine Rolle.

Die Recherchen zum Ski Guide Austria 2015 haben das erneut bestätigt: Nur sehr wenige der Skigebiete haben die Frage, ob es bei ihnen neue Aktivitäten zum Thema Sicherheit gibt, beantwortet – und wenn ja, dann zumeist mit „Nein“.
Die wenigen Antworten mit „Ja“ – etwa von Kitzbühel, Zauchensee, Silvretta, Warth-Schröcken , Sportgastein oder Staubaier Gletscher – bezogen sich vornehmlich auf Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheitsstandards im freien Gelände.

Was die Pistensicherheit angeht, antworteten nur die Loser Bergbahnen, die auf moderne Bergegeräte umgerüstet haben, die Ramsau mit kindlich gestalteten Sicherheitsregeln entlang der Pisten sowie Saalbach Hinterglemm, wo laut Eigenangaben „jedes Jahr in die Qualitätsoffensive samt Sicherheitsmaßnahmen wie Pistenabsicherungen usw. investiert“ wird.

Bad Kleinkirchheim gibt an, sich dem Thema mit extra breiten Pisten und einem Rettungsdienst an jeder Bergstation zu widmen – was allerdings auch viele andere Gebiete tun (siehe weiter unten). Sicherheit sollte vorgehen, aber auch schon in den vergangenen Jahren haben nur rund ein Drittel jener Skigebiete, die Frage „Welche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit wurden jüngst umgesetzt oder sind für die kommende Saison geplant?“ beantwortet. Die Antworten waren oft ausgesprochen spärlich nach dem Motto: „Nein danke, wir sind ständig bemüht, die Sicherheit zu verbessern“.

Letztlich haben 26 von 77 Skigebieten konkrete Maßnahmen angeführt – von insgesamt 128 kontaktieren Skiregionen. Tendenziell nimmt die Senisbilität – bzw. die Umsetzung konkreter Maßnahmen – auf Seiten der Liftgesellschaften für die Pistensicherheit offenbar kontinuierlich ab. Hier dennoch ein Kurzüberblick über jene Skiregionen, die auf dem Gebiet in den letzten Jahren etwas unternommen haben:

Etwa Gastein, wo ein weiterer Lawinensprengmasten aufgestellt wurde, um die Lawinensicherheit zu erhöhen.
In Summe wurden zulezt 600.000 Euro in eine Lawinenschutzverbauung im Bereich der Hohen Scharte Nord investiert.
Im Bereich der Schloßbachbrücke wurde ein neues Sicherheitsnetz errichtet und damit eine Gefährdungsstelle entschärft.
Das Kärntner Nassfeld hat in die Sanitätsstation Sonnleitn, eine unfallchirurgischen Praxis bei der Talstation, einem Rettungshubschrauber und einer Pistenservice-Truppe investiert.
Heiligenblut hat zuletzt das Pistenleitsystem ausgebaut und ein Freeride Checkpointsystems installiert, das unter anderem aktuelle Lawineninfos, Wetterinfo und Pieps LVS-Checks umfasst.
Die Gerlitze, deren Abfahrten zeitweise sehr voll sein können, setzt auf Pistenhilfe und Pistenambulanz.
Am Goldeck wird auf die jährliche Kontrolle im Rahmen des Pistengütesiegels, Präventiv-Maßnahmen zum Thema Lawinen mit der Bergrettung, sowie einem Schulfilm mit Olympiasieger Fritz Strobl über die Pistenregeln und ein Pistenleitsystem mit Absicherung laut FIS-Regeln verwiesen.
Das Kärntner Skigebiet Innerkrems wiederum gibt auf seiner Homepage Infos zu Sicherheitsmaßnahmen, Pistenverhältnisse, Wind und gesperrte Routen.
Das oberösterreichische Skigebiet Hochficht, gibt an, „einige noch vorhandene Schwachstellen bei Pisten und der Crossstrecke für Boarder und Skier“ beseitigt zu haben.
In Hinterstoder wurden in den vergangenen Jahren Pisten verbreitert und an allen relevanten Stellen permanente A-Netze installiert. Zudem sind an Wochenenden und in den Ferien zwei Personen als Pistenhilfe im Skigebiet unterwegs.
Im niederösterreichischen Annaberg wurden Absperr- und Sicherheitsvorrichtungen verbessert.
In Puchberg am Schneeberg will man mit einer speziellen Absicherung der Pisten und vermehrter Kontrolle die Sicherheit erhöhen, in Lackenhof am Ötscher mit der ÖSV Pistenhilfe und dem Plädoyer auf mehr Eigenverantwortung.

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