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Tiefschnee

Touren, Freeride und Variantenfahren.

Unterwegs im freien Gelände.

Ski Ride Vorarlberg - Freeride de luxe

EINE WOCHE IM SCHNEE, reichlich gefüllt mit Naturerleben, Tiefschneegenuss garniert mit überschaubarenDosen an Anstrengung. Das kannnach dem letzten Schwung, der im Montafon ander Gargellen Talstation mit einem heißen Jagatee gefeiert wurde, bilanziert werden. Denn so kleinkann ein österreichisches Bundesland gar nichtsein, als dass dessen Durchquerung auf Skiernnichtein Hauch von Strapaze innewohnen würde.Die Durchquerung Vorarlbergs vom Kleinwalsertalbis ins hintere Montafon ist in der KomfortvarianteSki Ride Vorarlberg keine Extremtour: Sondern das2.850 Euro kostspielige Luxusbeispiel dafür, wieder Touren- und Freerideboom in heimatlichenGefilden optimal für Menschen aufbereitet werdenkann, die es sonst zum Heli-Skiing in die kanadischenRockies treibt. Logiert wird in Edelhotels, dieAufstiege werden zum größeren Teil zu Auffahrten,während hinunter der Tiefschnee verführt. Wennirgendwas extrem ist, dann ist es das Vergnügen.Ach ja: Schon auch der Preis. Klar, bei so einemstrahlend blauen Himmel braucht Begeisterungnur einen geringen Anstoß. Um gleich in derFrüh loslegen zu können, führt nach dem Treffin Dornbirn der Kleinbus die abenteuerlustigenSkifahrer ins Kleinwalsertal. Mit dem Chesa Valisain Hirschegg sind schon mal die ersten beidenNächte mit gediegenem Komfort garantiert. Dererste Skitag wiederum dient dem Kennenlernen.Der Kollegen, der Guides, des Material und seinereigenen Fähigkeiten. Am „Einheimischentip“Walmendinger Horn ist von Beginn an ein Maßan Übermotivation garantiert. Schon am Vortagwurde die beste Tourenausrüstung mit Abfahrtsschwerpunkteingestellt. Übersetzt heißt das, nichtultraleichte Latten für Berghetzer sind gefragt,sondern ein für Pisten und Tiefschneeabschnittemöglichst optimaler, nicht zu schwerer Ski, wieihn der Kästle FX94 mit Tourenbindung optimalrepräsentierte.Zuerst geht’s mit der schon fast historisch anmutendenGondel von Mittelberg hinauf, dann überdie menscharmen Pisten, vor allem im Bereich des4er-Sessellifts Muttelberg. Aber natürlich bleib esnicht dabei: Also von der Bergstation auffellenund dann über den manchmal schon leicht anden Nerven knabbernden Grat hinüber auf denMuttelberkopf, um eine sensationelle, unverspurteund durchaus fordernde Abfahrt durch den Pulver(ja, sagt ruhig Pulver zum Powder!) zu erleben.Einfach eine geile Line! Beim Ski Ride Test zoges dann nachmittags allmählich zu, doch bei dernicht als solche ausgeschriebenen Variante inden Talschluss namens Bad litt nur am Ende derSpaß an den Schneeverhältnissen. Übrigens stelltesich schon am ersten Tag heraus: Für Heli-Skiingmuss keiner nach Kanada reisen. Es reicht der SkiRide Vorarlberg, den Heli Düringer gemeinsam mitseinem Kollegen Moses begleitet. Moses garantiertwiederum einen besonders intensiven „Lawinencrashkurs“.Und das ist positiv zu verstehen.

MANCHMAL RIESELT DER POWDER VOM HIMMEL.Damit muss man sich auch einmal abfinden. Auchwenn bei der Fahrt von Hirschegg hinauf zur Ifen-Talstation noch mehrfach die Sonne durchblinzelte.Zwei klassische, haubenlose Doppelsessellifteführen in die Gipfelregionen, dann wird aufgefelltund das Hahnenköpfle (2085 m) erobert. Gefühlteine Nordpolexpedition mit heftigem Schneefallund Wind. Die Querung über den mit Kalklöcherngespickten Gottesacker – ein Name als Programm– ist bei Sonnenschein ein sensationelles Naturerlebnis.Bei Nebel jedoch ein Naturabenteuer,das den Guides alles an Konzentration und ihrenSchutzbefohlenen nicht weniger an Vertrauen abverlangt.Neben der Erfahrung am Gottesacker hilftauch das GPS den passenden Einstieg ins Kalbelegüntleszu finden. Es ist das Ende der Querung undBeginn der Abfahrt zur Schönenbachalm. Die Nachtund der bereits über elf Stunden alte Tag habenfür mehr Schnee als erwartet gesorgt. Vorsichtig– und einzeln! – geht es vorerst mehr tastend inden 33°-Hang, eher die Sicht und der Schnee docheine Reihe genialer Tiefschneeschwünge zulässt.Eng wird’s dann nochmals beim Schlupf, der einpaar Grad steiler, aber kürzer, die letzte, lustvolleHürde vor der Almenwelt unter dem Ifen darstellt.Ab dort geht es sanft gleitend dahin bis nacheinem kleinen Gegenanstieg das tief verschneiteVorsäß Schönenbach auftaucht. Es ist schon 14Uhr vorbei und der bis dahin unterdrückte Hungerbricht voll hervor.Der mit altem Material wunderbar reduziertund doch im Wälderstil neu errichtete GasthofEngleder kann als Zielpunkt betrachtet werden.Oder man hängt sich nach dem Essen nochverwegen an den Teambus um mittels Skijöringund später Schlittschuhschritten über dieverschneite Straße hinaus in die aufkeimendeZivilisation des Bregenzerwaldes zu gleiten. Dasmoderne Hubertus Au erweist sich dabei alsKomfortstation, die nach dem Übermaß an Naturbesonders wohltuend empfunden wird.Tags darauf geht es auch absolut in die skitechnischeZivilistation Der Arlberg wartet und wennes noch dazu ein Bilderbuchtag ist, dann ist er,viel zu schön, um sich auf Fotos zu konzentrieren.Genussvoll – auch wenn bei diesen Schneemengendas Vergnügen konditionstechnisch schon malin Arbeit ausarten kann. Während am Vortag dieGuides „spurten“, nämlich im Gelände, veranlasste uns der Teammanager selbst zu spuren. 8.05 Uhr war Transfer von Schoppernau mit dem Skibusnach Warth. Noch ehe die Lifte anfuhren, waren wirstartklar, um nach einer kurzen Auf- und Abfahrtschließlich ins Gebiet von Lech zu kreuzen. DerRest ein Traum in Weiß, Tiefschneehänge forderndund vergnüglich, sowie Powder bis über die Nasenspitze.Ehrlich gesagt – die einzelnen befahrenenHänge zu benennen ist nicht mehr zu schaffen.Aufgrund der Schneefälle galt es ja tunlichst nichtzu weit ins Gelände vorzudringen und vormittagswar selbst am Arlberg noch nicht alles verspurt.Und das will was heißen. Dass nicht allzu weit vonunseren ersten Tiefschneeabenteuern im BereichRotschrofen unterhalb des Mohnenfluh eine Lawineniederging, die einen „Spontaneinfahrer“,der sein LVS noch gar nicht eingeschaltet hatte,erwischte. Das Lawinenunglück geriet übrigenszum „Wunder“: Der Verschüttete wurde nach 1,5Stunden noch ansprechbar geborgen.

DAS STRAHLENDE WETTER blieb uns bis zurEdelrast im Hirlanda erhalten, dann kam Sturm auf.Es war nicht mehr ratsam den Weißen Ring überZug zu komplettieren. Das Madloch war auch baldgesperrt. Doch unser Ersatz gilt nicht zu Unrechtals eine der besten Abfahrten der VorarlbergerArlbergseite: Die Einfahrt ins hochalpine „Wiesele“erfolgt rechts von der Madloch-Talstation. In mehrerenHängen mit nur kurzen Querungen landetman bei der Galerie zwischen Lech und Zürs. Mitdem Skibus geht’s retour zu einer Nacht in Luxus,im Hotel Goldener Berg Oberlech.Bocksäcklru benennt der Bregenzerwälder dasuns anderntags erwartende Wetter. In Lautschrift.Dicke Flocken, Wind. Aber wir starten pünktlichum 9 Uhr hinunter zur Rüfikopfbahn. Oben gibtes exakt keine Wahl mehr, nur eine Piste RichtungZürs offen, aber bald wird die Situation besser. Diesonst mögliche Tourenvariante über den Trittkopfund über die Galerie nach Stuben funktioniert beiso einer Lawinengefahr natürlich nicht. Bleibtder Bus nach Alpe Rauz, wo wir einmal mit derValfagehrbahn kurz Tiroler Boden ankratzen. Rasantgeht’s von dort runter nach Stuben über diebreite Piste, dann weiter mit dem Postbus nachKlösterle zum Sonnenkopf. Der Schneefall hatsich gelichtet, es öffnete sich ein Panorama ausunverspurten Tiefschneehängen. Rasch beseitigenwir punktuell den jungfräulichen Zustand.Unser Lift war die Sesselbahn Obemuri, wo sichzwischen den Pisten absolut perfekte Vollbäderin weiß genießen lassen. Nach der Mittagsrast in der gläsernen Muttjöchle-Hütte folgt der Anstieg auf das Muttjöchle (2.076 m). Das nachmittäglichflache Sonnlicht verleitet zum Fotowahn – und eswird später. Als schweißtreibend erwies sich nachdem Gipfelfoto auch die Tourenabfahrt. EinigenSchwüngen im wohl hier um den einen Metertiefen Schnee folgten ebene Wanderstrecken,die bei diesen Verhältnissen in die Beine gehen.Spaß macht natürlich in Folge die lange Abfahrtzwischen den Bäumen bis schließlich die erstenPisten des kleinen Skigebiets Kristberg auftauchen.Längst war der Skibetrieb hier beendet, dakurvte unsereins die letzte Skiroute ins Silbertal beiSchruns. 17.22 zeigte die Uhr, als wir ausgepowertin den Teambus kletterten. Im Luxushotel Löwenin Schruns im Montafon wartete alles auf uns,was es zur Erholung braucht.

SILVRETTA NOVA ALS GROSSARTIGES FINALE.
Dieses erwartete uns am sechsten Tag, der mitder Auffahrt mit der Hochjochbahn startet. Obenkann man sich fast täglich einem Powderprogrammanschließen, an Freitagen etwa dem GipfelsturmZamangspitze. Der steht auch am Ski Ride Programm,wenn nicht ein Schneesturm diesen Spaßverhindert und der Naturschnee für die Talabfahrtreicht. Wenn's dabei eng wird, kommt der Teambusauch mal über eine Forststraße entgegen.DER AUFSTIEG über den ausgesetzten Grat aufdie Zamangspitze ist dabei gar nicht so ohne. Dochwas dann folgt ist die längste Variantenabfahrt,bis St. Gallenkirch sind es 1.500 Höhenmeter!Und zwar nicht irgendwelche, sondern vor allemim obersten Bereich perfekte. Wobei für Abfahrtendieser Länge meist gilt: Abgesehen von richtigkalten Pulverschneetagen im Hochwinter, mussmit unterschiedlicher Schneequalität gerechnetwerden. Wir haben uns oben mehr als nur einigeMinuten Zeit genommen, um die optimalen Verhältnissezu erhalten – und bei weiten Schwüngenim obersten Bereich ist die Rechnung auch vollaufgegangen. Geht es bis St. Gallenkirch hinunter,dann kann über der Straße schon wieder dieValisera-Bahn geentert werden, um auch demendlosen Skigebiet der Silvretta Nova einen Besuchabzustatten. Es bleibt ein kurzer, denn oben wartetals ein letztes Highlight, eine der Tourenabfahrtenin Richtung Gargellen.Zuerst eine Mutprobe, denn wir wählen eine Scharte,die wir durch ein Seil gesichert queren. Aberdann – eine traumhafte Tour. Klappt diese Variantelawinentechnisch nicht, geht es per Teambus nachGargellen. Dort warten spektakuläre Hänge wieNidla, Rinderhütte, Täli und natürlich der MadrisaSteilhang. Auch bei Lawinengefahr warten pistennah– vor allem im Waldbereich – immer wieder spektakuläreTiefschneeabschnitte, die Spaß machen.Die Topausrüstung – lawinentechnisch plus KästleFX94 – sorgen zusätzlich für die nötige Sicherheit,sich mit den weißen Polstern auf Baumstumpfenund Hügeln zu „spielen“, wie es Heli formulierte.Das Spiel sorgte dafür, dass – ohne Mittagsrast– um 15.30 Uhr die Wadeln doch noch ordentlichbrannten. Zeit für eine Dusche und die letztengemeinschaftlichen Stunden im TraditionshausMadrisa, wo die Wirtsleute am abendlichen KaminfeuerGeschichten aus der Geschichte dieses Hochtaleserzählen – und zu denen die Ski Ride VorarlbergRückkehrer bereits ihre eigenen beitragen können.

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