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Touren, Freeride und Variantenfahren.

Unterwegs im freien Gelände.

Üben den Dachstein Gletscher

Eines vorweg: Die Überquerung des Dachstein- Massivs im Winter ist eine tolle Angelegenadie unvergessliche Ausblicke und Eindrücke garantiert. Sie ist vom Schwierigkeitsgrad her auch für normal trainierte Durchschnittskönner ohne weiteres zu bewältigen – ganz einfach ist sie dennoch nicht.

Das hat vor allem mit den Wetterbedingungen zu tun. Die Tour, für die ein Tag einzuberechnen ist, hat nur bei schönem Wetter einen Sinn. Erstens macht sie nur dann auch wirklich Spaß und sind dann auch etwaige gefährliche Witterungsbedingungen wie plötzlich einfallender Nebel auszuschließen. Immerhin befindet man sich in rund 2.800 Metern Seehöhe in einem hochalpinen Gletschergebiet.

Und deshalb musste der Ski Guide-Autor für die österreichs Nationaltour im Frühling 2013 auch mehrere Anläufe unternehmen, bis es schlussendlich doch klappte.Ein erster bereits fixierter Versuch im Februar musste wegen einer mehrtägigen Schlechtwetterfront abgesagt werden und auch beim zweiten Versuch im März, gab es in einer Ferienwoche nur einen Tag, der in Frage kam. Dann hieß es schnell handeln und einen Führer zu organisieren, um das Wetterloch zu nützen.

Ein Führer ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn man die Überquerung zum ersten Mal macht beziehungsweise man sich von der markierten Strecke weg direkt über den Gletscher bewegt. Im konkreten Fall war das aufgrund der vorherigen Kontakte nicht wirklich ein Problem und ich konnte mich einer kleinen Gruppe anschließen.Los ging es am Parkplatz in Schladming, wo Führer Heli die Gruppe traf und wo es mit dem Skibus hinauf nach Ramsau und von dort mit der Seilbahn von 1.700 Metern hinauf auf das Dachstein-Massiv ging.

Seit diesem Winter ist die Auffahrt nahe an den Felsen noch spektakulärer, denn Wagemutige können sich die auf der Freiluft-Plattform am Dach der neuen Seilbahn antun. Oben angekommen, bietet sich ein spektakulärer Ausblick in Richtung Schladming/Planai und die umliegenden Berge, sowie – weniger eindrucksvoll, aber ebenfalls nett – auf das Gletscher-Skigebiet. Hat man sich daran satt gesehen geht es los und gleich kurz nach Beginn ist ein erster Aufstieg mit 100 Höhenmetern Richtung Dachsteinwarte zu bewältigen. Links liegt in Greifweite der 2.996 Meter hohe Dachsteingipfel.

Die 25 Kilomoeter lange Tour ist grundsätzlich auch mit normalen Alpinski zu bewältigen, mit Tourenskiern geht es natürlich einfacher und man hat mehr Mäglichkeiten, was die Routen angeht. Der erste Aufstieg dauert mit abgeschnallten Skiern vielleicht eine viertel Stunde und danach ist man zwar etwas außer Atem aber dafür richtig aufgewärmt.

Dann die Entscheidung, wer den gekennzeichneten Skiweg am Rand des Gletschers nimmt und wer sich über den Gletscher traut. Dafür muss man schon geübter sein und Heli schickt die weniger guten Skiläufer daher auch in Begleitung auf den Skiweg. Bei zum Teil leicht gepresstem Schnee kann die Fahrt über den Gletscher schon eine Herausforderung sein – technisch und konditionell. Gut das wir Heli dabei haben, denn der kennt das Gebiet wie seine Westentasche und weiß, wo wir gefahrlos den Gletscher überqueren können.

„Bei vier, fünf Meter Schneehöhe sind die Gletscherspalten kein Thema – dafür aber die Lawinengefahr an bestimmten Stellen und Hängen“. Das Wetter jedenfalls ist ein Traum, ebenso der Ausblick ins Oberösterreichische und Abfahrten wie aus dem Bilderbuch steht nichts im Wege. Zwischendurch wird pausiert und zusammen gewartet, die weitere Route besprochen und gemeinsam das Bergerlebnis genossen.

Nach einer rund halb- bis dreiviertelstündigen Abfahrt geht es ungefähr gleich lang wieder aufwärts in Richtung Simony Hütte, wo eine Mittagspause eingelegt wird. Ohne Tourenski ist dieser Aufstieg weniger empfehlenswert, weil auch um einiges anstrengender. In der in 2.205 Metern Höhe gelegenen Simonyhütte, einer Schutzhütte des Alpenvereins, treffen wir dann mit dem Rest der Gruppe zusammen und tauschen gut gelaunt unsere Erfahrungen aus.
Zur Stärkung ein Krügel, eine g’schmackige Kaspressknödelsuppe, hausgemachter Apfelstrudel mit Schlag und Kaffee und weiter geht es Richtung Krippenstein. Von der Hütte weg verläuft die Tour auf dem Skiweg, der recht kupiert ist und bei dem immer wieder kleinere und leichte Aufstiege zu bewältigen sind. Das Gelände ist auch hier noch ansprechend alpin und geht sukzessive ins Hochalmige über – die Blicke zurück sind eine Wucht.

So geht es dann eine Zeitlang dahin bis man zum 2.100 Meter hohen Krippenstein – dem Freerider-Dorado kommt. Kurz zuvor – bei der 1.739 Meter hoch gelegenen Dachsteinalm kann man noch eine Rast einlegen, in der Sonne sitzen, die herrliche Landschaft genießen und dann mittels eines Ziehlift den letzten anstrengenden Anstieg umgehen. Es sei denn man macht oben angekommen noch einen Abstecher – entweder mit der Gondelbahn oder auf Skiern – rauf auf den Krippenstein um die folgende Talabfahrt von ganz oben anzugehen.

Über die präparierte Abfahrtspiste geht es schließlich hinunter zur Talstation Krippenstein-Seilbahn in Obertraun auf 514 Meter Seehöhe. Und dort am Parkplatz wartet dann zu bestimmten Zeiten der Shuttlebus, der einen in einer knapp einstündigen Fahrt wieder zurück nach Schladming bringt.

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