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Freeride
Varianten
Tiefschnee

Touren, Freeride und Variantenfahren.

Unterwegs im freien Gelände.

Die richtige Tourentechnik

Erst der Aufstieg, dann das Abfahrtsvergnügen: Tourenfans müssen sich jeden Höhenmeter durch stiebenden Tiefschnee aus eigener Kraft erarbeiten. Damit am Gipfel die Energiereserven auch noch für die Abfahrt reichen, ist neben der entsprechenden Kondition auch eine saubere Aufstiegstechnik notwendig – denn diese schont die Kraftreserven. Beim Gehen sollten die Füße nicht zu stark angehoben werden, die Bewegung erfolgt wie beim Langlaufen im Diagonalschritt. Die Stöcke werden gegengleich zu den Skiern eingesetzt. Bei steileren Pisten unterstützen sie so das Abdrücken von den Beinen.

Bei Flachstrecken kann eventuell eine Gleitphase eingebaut werden. Nur die Ferse wird angehoben, so können größere Strecken mit wenig Kraftaufwand bewältigt werden. Lediglich bei tiefem Schnee oder dünnen Harschdecken, die nicht tragen, empfiehlt es sich, die Skispitzen anzuheben, um so die Schneedecke zu durchbrechen. Ebenfalls ist es wichtig, sich die eigenen Kräfte gut einzuteilen und sich an das Motto der Sherpas im Himalaja zu halten, das da lautet: „Wer schnell auf einen Berg will, muss langsam gehen.“ Ein weiteres Kriterium ist eine ökonomische Spuranlage: Aufstiegsspuren in der Falllinie sind bestenfalls für austrainierte Athleten machbar, wer aber den Aufstieg einigermaßen kräfteschonend hinter sich bringen will, sollte auf eine gleichmäßig ansteigende, nicht zu steile Spur achten.

Ab einer Hangneigung von rund 30 Grad wird das Gelände so steil, dass eine Spitzkehre erforderlich wird: Dann sollte man die Spur vor der Kehre um einiges flacher ziehen, um für den Richtungswechsel einen sicheren Stand zu haben. Bei der Spitzkehre wird der Bergski zuerst umgelegt. Danach den ersten Stock nach oben setzen und das Gewicht ganz auf den oberen Ski verlagern. Jetzt wird der untere Ski angehoben, und mit einem kurzen Druck der Ferse wird die Skispitze dazu gebracht, in Richtung der Knie zu schwenken. So kann der Ski problemlos gedreht und leicht neben dem anderen in die Spur gesetzt werden. Um im steilen Gelände nicht überfordert zu sein, sollte man das Umsteigen zuvor jedenfalls einmal in flacherem Gelände ausprobiert haben.

Ist der Hang weniger steil, sollte man in den Kehren auf kräfteschonendes Bogentreten setzen und seine Spur sanft gekurvt in den Hang legen. Anstrengend ist es auch, wenn der Ski unvermittelt in der Spur zurückrutscht, was in alten, vereisten oft Spuren passiert. In diesem Fall ist es hilfreich, entweder Harscheisen anzulegen oder eine neue Spur zu legen.

Auf jeden Fall anzuraten ist, bei jedem Schritt in solchen Spuren möglichst viel Belastung auf die Ferse zu bringen, denn so hält man die Felle am besten in der Spur.

Ein weiterer Tipp: Stöcke mit großen Tellern sinken im Tiefschnee nicht so leicht ein und helfen beim Vorwärtskommen. Empfehlenswert sind auch Teleskopstöcke, die beim Aufstieg etwas länger gemacht werden können und so einen besseren Vortrieb ermöglichen. Bei kleineren Abfahrten während des Aufstiegs müssen weder die Felle abgeschnallt noch die Bindung fixiert werden. Solche kurzen Zwischenabfahrten sollten leicht breitbeinig und ohne Belastung der Fersen bewältigt werden.

Wer in der unberührten Natur unterwegs ist, sollte auf diese allerdings auch Rücksicht nehmen: Immer wieder dringen rücksichtslose Skitourengeher und Variantenfahrer in sensible Jungwälder ein und gefährden so nicht nur den Baumwuchs, sondern auch das Wild: Für die Tiere wird es kritisch, wenn ganze Talseiten auf sehr breiten Flächen mit Skiern begangen und befahren werden, weil viele Wintersportler heute nach absolut unberührtem Tiefschnee geradezu süchtig sind. Durch gute Tourenplanung kann aber leicht auf das Wild Rücksicht genommen werden, da dieses im Winter oft in Jungwäldern, wo die Bäume dünner sind als 60 Zentimeter, steht. Ein Hinweis, der beherzigt werden sollte.

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