Touren, Freeride und Variantenfahren.
Unterwegs im freien Gelände.
Freeriden und Variantenfahren
Das intensive Naturerlebnis, das Skifahren im freien Gelände und das Spurenziehen im Pulverschnee sowie die damit verbundene sportliche Herausforderung sprechen aber nicht nur Tourengeher an: Auch das Variantenfahren beziehungsweise Freeriden ist in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Dabei gab es diesen Sport – das Fahren abseits der gesicherten Pisten – bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, als das alpine Skifahren noch in den Kinderschuhen steckte. Schon damals wurde die Einsamkeit der Berge genossen, die Lust an der Natur ausgelebt und dabei jungfräuliche Spuren durch den Tiefschnee gezogen. Freeriden ist nicht nur Sport – es ist ein absolutes Erlebnis. Das Geheimnis des richtigen „Freeriding“ steckt im Ski. Freerideskier sind breiter als herkömmliche Carver, bis zu 14 Zentimeter an der Schaufel. So erhält man im Tiefschnee stärkeren Auftrieb und kann fast schwerelos dahinschweben. Die Skiwelt hat schon viele Trends kommen und gehen sehen – Freeriding wird aber sicher von Dauer sein.
Doch auch so lassen sich nicht alle Unwägbarkeiten ausschalten, etwa ein Geröllhaufen knapp unter der Schneedecke, der eine Abfahrt jäh stoppen kann und zur Erinnerung ein Loch im Belag hinterlässt, oder eine bei diffusen Lichtverhältnissen „unsichtbare“ Schneewächte, hinter der es einige Meter bergab geht, was ganz schön gefährlich sein kann. Nicht jeder Steilhang ist befahrbar, und nach jedem Schneefall kann sich das Terrain verändert haben. Schneeverwehungen bilden manchmal Überhänge, die beim Überfahren als gefährliches Schneebrett abgehen. Für Einsteiger bietet sich die Teilnahme an einem der inzwischen von zahlreichen Skischulen angebotenen Freeridekurse an.
Während in den USA der Anstieg in der Regel mit dem Helikopter bewältigt wird, ist das in Österreich nur in Ausnahmefällen möglich. Beim klassischen Freeriden in den Alpen wird der Berg mit der Seilbahn erklommen und vielleicht noch die letzte Strecke mit der Ausrüstung auf der Schulter durch den Schnee marschiert. Neben dem Stubaier Gletscher zählt der Arlberg mit dem „hinteren Rendl“ und den Abfahrten von Maroi oder Albonagrat zu den bekanntesten Tiefschneeparadiesen. Auch der höchstgelegene Skiort Österreichs, das Kühtai, wartet mit zahlreichen Tiefschneeabfahrten rund um den Kühtaisattel auf. Als Hochburg der Szene hat sich der erst zuletzt populärer gewordene Krippenstein im österreichischen Salzkammergut bei Tiefschneefans einen Namen gemacht. Mit rund 30 Kilometern unpräparierten Abfahrten ist das Gebiet seit einigen Jahren Gastgeber des internationalen Extremrennens Red Bull White Rush.
Auch das Kitzsteinhorn positioniert sich mit seinen Möglichkeiten wie dem Backcountry der Langwiedbahn mit zahlreichen Rinnen, Powderlines, abwechslungsreichem Gelände und Naturpipes oder der Magnetköpflroute, die unterhalb der Gipfelbahn durch das gesamte Kar führt, als Freeride-Dorado. Zusätzlich werden Freerideworkshops und -camps angeboten. In Zell am See–Kaprun und Saalbach-Hinterglemm – Leogang können Freeride-Fans ebenfalls Mehrtagespackages mit staatlich geprüften Skiguides, Einweisung in den Umgang mit der Sicherheitsausrüstung, Leih-Freerideskiern, Rucksack mit Lawinenpieps, Schaufel und Sonde sowie Shuttletransfer zu und von den Skigebieten absolvieren – und sich so dem Fahren im freien Gelände annähern.




