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Langlaufen

Langlaufen, Rodeln & Co.

Schnee-Erlebnis abseits der Pisten.

Komm auf die Loipe

Nicht nur weil es gesund ist gewinnt der Langlauf mehr und mehr Anhänger. Es ist die dynamischste Form verschneite Ebenen an sich vorbeigleiten zu lassen und dabei die Natur hautnah zu erleben.

Dass die Natur witterungstechnisch nicht immer dabei mitspielt ist eine Tatsache. Manch Regionen mit ausgeprägtem Loipenangebot haben im Vorwinter keine oder nur wenige Tage ihre Loipenkilometer präparieren können.
Als Beispiele seien nur der Raum Innsbruck oder Saalfelden genannt. Wobei im Raum Innsbruck durchaus intakte Loipen in Höhenlage (Geheimtipp: Praxmar) zu finden sind. Und sich Saalfelden mit der beschneiten Flutlichtloipe Ritzensee perfekt aus der Affäre zieht.

Womit schon einiges zur Entwicklung gesagt wäre: In zahlreichen Regionen werden inzwischen auch Loipen mit maschineller Hilfe abgesichert. Oft ist es wegen der Haltbarkeit Schnee aus der Kanone, manchmal wird aber auch nur Schnee aus höheren Lagen geholt. Dieser wird meist von der Ladefläche des Raupenfahrzeugs auf der Loipe verteilt.

Runden von 400 Meter bis zwei Kilometer, viel mehr ist da nicht drinnen. Besondere Voraussetzungen haben jene Gebiete, die fürs Sommertraining auch Rollerstrecken anbieten. Dort kann besonders rasch präpariert werden. Musterbeispiel ist der Austragungsort der Nordischen Weltmeisterschaften 2019, Seefeld.
Dass vor dem Hintergrund des umfassenden Angebots mit Beschneiung, Flutlicht, WC und Umkleide die Nutzungsgebühren bereits in abenteuerliche Höhen steigen, ist eine Begleiterscheinung. Die Tageskarte kostet bereits neun Euro, wer aber in der Region übernachtet, zahlt nur 3 Euro/Tag und ab dem vierten nichts mehr.

Flutlicht und beschneite Kurzloipen rücken das Landschaftserlebnis gegenüber dem Sport in den Hintergrund. Denn beim Langlauf wird nicht nur Kondition getankt, sondern es werden nahezu alle Muskelgruppen beansprucht, Endorphine freigesetzt. All das macht den Langlauf zum Synonym für gesunden Wintersport.

Ausgeübt wird der Sport in gespurten oder gewalzten Loipen. Man spricht je nachdem vom klassischen Stil oder Skating. Beim Nordic Cruising kann auf Loipen komplett verzichtet werden und jeder durch Wälder und über Felder seine eigene Spur ziehen.
Sofern der Jäger nicht übt und der Bauer nichts merkt.

Weicher, auf Ausdauer aufgebaut, naturver- bunden. Mit geringerem Unfallrisiko und fehlender Jagateetrunkener Anblödelei. Für viele ist Langlauf die weibliche Form des Skisports. Wer im Sommer joggt, mit Inline Skates oder Nordic Walking Stöcken unterwegs ist, findet auf weißem Untergrund in den Loipen das perfekte Winterpendant.

Der Langlauf vereint unbestritten so ziemlich alles, was dem Körper gut tut: Frischluft, Bewegung, Naturerlebnis. Selbst die Hauptgefahr „Kälteasthma“ trifft in der Regel nur ins Sauerstoffdefizit hechelnder Extremsportler. Für Anfänger stellt sich die grundsätzliche Frage, welche Technik am besten passt. Empfehlenswert ist es, einen der oft angebotenen Langlaufkurse zu besuchen oder man nimmt sich Zeit für eines der Langlauf-Openings, wie sie etwa in der Tiroler Leutasch oder der Ramsau zelebriert werden, um sich mit beiden Grundtechniken vertraut zu machen.

So fällt die Entscheidung leichter. Denn während es für Gäste aus ferneren Ländern keine Frage ist, vor dem ersten Schneekontakt mit den dünnen Latten einen ausgebildeten Lehrer zu engagieren, verlassen sich erfahrene „Schneemenschen“ oft auf ihr vorhandenes Können als Alpinskifahrer. Wer den Schlittschuhschritt beherrscht, kann auch auf Langlaufskiern skaten: Diese Rechnung geht nur auf, solange man keinen Ehrgeiz entwickelt.

Bei der freien Technik (Skating) sind Bewegungserfahrungen vom Inline-Skaten oder Eis- laufen hilfreich. Hier kommt der Puls, dem Joggen vergleichbar, rasch in höhere Bereiche, während man es in der klassischen Technik eher gemütlich angehen kann. Anfänger „wandern“ einfach mit den Skiern an den Beinen. Reicht einem diese fast stapfende Bewegung, trifft der alte Slogan „Jeder, der gehen kann, kann auch langlaufen“ zu.

Doch spätestens, wenn die ersten Profis mit ästhetischen Diagonalschritten in x-facher Geschwindigkeit an einem vorüber ziehen, wurde noch bei jedem der Wunsch nach verbesserter Technik geweckt. Entscheident ist der, der unter dem Körpermittelpunkt erfolgen soll. Dann wird die Hüfte leicht nach vorne geschoben, das Gewicht verlagert sich vom Abstoß- auf das Gleitbein. Darauf sollte eine möglichst lange Gleitphase folgen, in welcher der gegengleiche Arm den Schwung bis zum nächsten Stockeinsatz mitnimmt.

Aber vom Papier hat das noch keiner gelernt. Wer Lehrer prinzipiell verweigert, hat die besten Chancen, wenn er sich in einem der großen Langlaufzentren umsieht und beobachtet. Vielleicht nicht wer am längsten, aber wer am schnellsten läuft, verfügt so gut wie immer über die beste Technik. Ergänzt wird der Diagonalschritt mit der bei Wettkämpfen vorherrschenden, aber wenig eleganten Doppelstocktechnik, wo die Stöcke parallel bis in Augenhöhe nach vor geschwungen werden.

Skating basiert im Prinzip auf einem Grundschritt in drei Varianten: Beim „gemütlichen“ Eintakter gibt es zu jedem Doppelstockeinsatz einen Beinabstoß. Beim rasanten Zweitakter heißt es links-rechts-Doppelstock, wobei die Abfolge zwischen links und rechts gewechselt werden sollte. Geht es steiler bergauf, erfolgt der Stockeinsatz fast automatisch leicht zeitversetzt („asymmetrisch“). Leider ist das Variieren zwischen skaten und klassisch schwierig, denn das Material ist unterschiedlich. Selbst der angebotene Kombi-Schuh bereitet kaum Freude. Besser ist vor dem Kauf einen Kurs samt Leihmaterial zu buchen.

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