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Eislaufen

Langlaufen, Rodeln & Co.

Schnee-Erlebnis abseits der Pisten.

Vom Schneeschuh-Wandern bis zum Eisklettern

Der Winter in Österreich findet nicht nur auf den Skipisten statt, sondern auch abseits davon: Damit sind aber nicht Tourengehen oder Freeriden auf unverspurten Hängen im freien Gelände gemeint – sondern sportliche, naturnahe Aktivitäten, bei denen Sie die ruhige und gemütliche Seite des Winterurlaubs kennenlernen können. Die naheliegendste Art, verschneite Landschaften zu genießen, ist das Wandern – und das ist nicht nur auf die drei anderen Jahreszeiten beschränkt. Auch bei frostigen Temperaturen lässt es sich hervorragend durch Täler oder auch auf Berge gehen – insbesondere bei Neuschnee und Sonnenschein ist das ein echter Genuss. Weil ältere Semester vielleicht gar nicht mehr Skifahren oder zwischen den Tagen auf der Piste gern mal eine Pause einlegen, haben immer mehr Wintersportregionen ansprechende Winterwanderwegenetze angelegt. Egal, ob im Tal rund um die einzelnen Skiorte oder aber in Höhenlagen, häufig gibt es kilometerlange Wege, auf denen sich der Winter auch abseits der Pisten fern jeder Hektik erleben lässt. Am besten ist es, sich direkt im Ort im regionalen Tourismusbüro nach Wandermöglichkeiten zu erkundigen. Wobei ein guter Tipp hier nicht verschwiegen werden soll: In der Ramsau, am Fuße des Dachsteins, spannt sich ein 70 Kilometer langes Wegenetz, auf dem man Winterwandern so richtig zu schätzen lernt.

Schneeschuhwandern:
Eine besondere Variante des Winterwanderns ist das Schnee- schuhwandern, das in den vergangenen Jahren zunehmend populärer geworden ist. Diese Art der Fortbewegung geht auf die amerikanischen Indianer zurück, wurde später von Trappern, Holzfällern und Goldsuchern übernommen und ist schließlich auch in Europa bekannt geworden. Aus einem alten Fortbewegungsmittel wurde so ein Trendsportgerät. Während ein Wanderer mit Bergschuhen knie- oder hüfthoch im Schnee versinkt und sich daher kaum fortbewegen kann, verteilen die Schneeschuhe das Gewicht einer Person auf eine größere Fläche, wo- mit die Dichte des Schnees dann ausreicht, deren Masse zu tragen. Schneeschuhwandern ist etwas für naturbegeisterte Wanderer, junge Abenteurer, Familien, Hobbysportler und Gesundheitsfreaks. Wie kaum eine andere Sportart ermöglichen die modernen Schneeschuhe einem breiten Publikum den Zugang zu einer bislang unbekannten, aber überaus reizvollen Facette des Winters – einer ruhigen und oft tief verschneiten Winterlandschaft. Schneeschuhwandern ist preisgünstige und gesund: Es stärkt Herz und Kreislauf, kurbelt die Energieverbrennung an, und der dämpfende Schnee schont die Gelenke. Obwohl dieser naturnahe Sport mit relativ einfachen Mitteln und nahezu ohne sporttechnisches Können durchgeführt werden kann, empfiehlt es sich für Anfänger, den Einstieg über geführte Schneeschuhwanderungen zu versuchen. Mit fachkundiger Anleitung stapft es sich nicht nur im richtigen Gelände und leichter durch den tiefen Schnee, man wird auch mit Tipps und Tricks versorgt und auch auf die Unwägbarkeiten der Natur hingewiesen. Möglichkeiten zum Schneeschuhwandern gibt es in der österreichischen Landschaft mit ihren sanften Hügeln, weiten Karen und zahllosen Berggipfeln genug. In der Praxis ist Schneeschuhwandern überall möglich, wo Schnee ab einer Höhe von rund 15 Zentimetern liegt. Zum wirklichen Erlebnis wird es aber erst in unberührter Natur und bei höherer Schneelage. Dabei sollte auch hier die Lawinengefahr im alpinen Gelände nicht unterschätzt werden – diese gilt für Schneeschuhwanderer ebenso wie für Skifahrer oder Snowboarder. Eindrucksvolle Schneeschuh-Trails gibt es etwa im Talschluss von Rauris in Salzburg vor majestätischem Dreitausender-Panorama oder auf sanften Gipfelwegen in der verschneiten Landschaft rund um Ischgl in Tirol. Nach rund 15 Jahren Dornröschenschlaf bietet der Ronachkopf in Thumersbach (Region Zell am See) neue Routen für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer an. Im Nationalpark Kalkalpen Ennstal wiederum geht es jedes Wochenende mit ausgebildeten Nationalpark- Betreuern durch die winterliche Bergwelt. Ebenson im Kärntner Nationalpark Hohe Tauern, wo erfahrene Nationalpark-Ranger gemeinsam mit ihren Gästen auf „Big 5“-Tours unterwegs sind – und bei der es Steinbock, Bartgeier, Steinadler, Schneehuhn und Gams zu sehen gibt. Geführte Touren gibt es auch weiter im Osten im Semmeringgebiet auf den Sonnwendstein oder aufs Stuhleck, und auch auf der Rax kann nach der Auffahrt mit der Rax-Seilbahn in relativ leichtem, aber alpinem Gelände – auch mit Leihschneeschuhen – durch die Winterlandschaft gestapft werden.

Rodeln:
Ein echter Evergreen des Winters in Österreich ist das Rodeln – und das heute längst nicht nur tagsüber: Auf vielen Rodelbahnen sind Flutlichtanlagen in Betrieb, die das Vergnügen bis in die Nacht hinein möglich machen: Etwa auf dem Hirschenkogel am Semmering, wo die europaweit stärkste Lichtanlage die drei Kilometer Länge ausleuchtet. Am Wildkogel in Salzburg findet sich sogar die laut Eigenangaben „wahrscheinlich längste beleuchtete Rodelbahn der Welt“, mit einer Strecke von 14 Kilometern. Wahre Naturfreunde machen es aber dennoch lieber so wie anno da- zumal, als beleuchtete Rodelbahnen noch kein Thema waren – die Romantik aber umso größer. Man steckt sich eine Taschenlampe ein, nimmt einen Schlitten und spaziert damit langsam und gemütlich über verschneite Wege den Berg hinauf.

Eislaufen:
Ein Klassiker ist auch das Eislaufen, das zum Winter gehört wie das Ski- fahren und der Schnee. Für alle die nach einem Tag auf den Skipisten Entspannung oder einfach Abwechslung suchen, ist eine Runde auf einem der zahlreichen Eislaufplätzen genau das Richtige. In ganz Österreich gibt es unzählige Möglichkeiten dazu – entweder auf Kunsteislauf- bahnen, Eisringen, Natureislaufplätzen oder den vielen Teichen und Seen. Es geht nichts über den Genuss, über Spiegeleis zu flitzen und gleichzeitig das Geschehen im Wasser unterhalb zu beobachten. Alles, was dazu nötig ist, sind ein paar Schlittschuhe und schon kann es losgehen. Das wohl beeindruckenste Eislauferlebnis in Österreich lässt sich auf dem Kärntner Weissensee verspüren. Der 6,5 Quadratkilometer große See ist die größte beständig zufrierende Natureisfläche Europas. Von Mitte Dezember bis Anfang März tummeln sich dann auf der bis zu 40 Zentimeter dicken Eisdecke nicht nur Eissportler, man begegnet auch Pferdeschlitten oder Winterwanderer die die einzigartige Kulisse genießen. Am Weissensee gibt es übrigens die einzige Eislaufakademie auf Natureis. Der Weissensee ist zudem Austragungsort der alternative Elf-Städte-Tour, an der jedes Jahr rund 5.000 Niederländer teilnehmen – diese Saison von 21. bis 31. Jänner 2015.

Iglu bauen, Hunde- und Pferdeschlitten:
Neben den bisher genannten Alternativen zum Skifahren haben sich zuletzt weitere Wintervergnügen etabliert, die das bestehende Angebot um reizvolle Möglichkeiten ergänzen: So garantiert Winter in ABSEITS DER PISTE beispielsweise das, was für die Menschen aus dem hohen Norden früher überlebensnotwendig war – nämlich der Bau von Iglus – den Wintergästen heute einen Hauch von Abenteuer. Bei Seminaren in Ebensee kann unter fachkundiger Anleitung nach überlieferter Inuit-Tradition ein Schneehaus errichtet werden – ein echtes Erlebnis. Auch für Hundeschlittenfahrten gibt es mittlerweile Workshops: Dabei erfährt man Wissenswertes über die Haltung und das Wesen eines Huskys, worauf es beim Lenken des Schlittens ankommt und auf welche Kommandos ein Schlittenhund hört. Im Vorarlberger Brandnertal bietet Husky-Toni sogar einen Schlittenhundeführerschein für Kinder ab acht Jahren an. Noch öfter als temperamentvolle Huskys werden andere Vierbeiner aus unseren Breitengraden eingespannt, um ein besonderes Vergnügen zu bieten: Im Pferdeschlitten gemächlich durch die stille Winterlandschaft zu gleiten, nachdem man sich fest in die warme Wolldecke und natürlich auch aneinander gekuschelt hat. Ein Geheimtipp nicht nur für Verliebte, der in vielen Wintersportorten angeboten wird. Für kleine Pferdefreunde und -freundinnen ab zehn Jahren bietet das Familienhotel Beck in Brand wiederum eine Kombination aus Reitstunde oder Ausritt plus Ski- bzw. Snowboard-Unterricht samt Skipass an. Wer es ebenfalls bequem aber technischer mag, kann in Serfaus-Fiss-Ladis geführte Segway-Trekking-Touren im Gelände unternehmen – und auf einem 6.000 m2 großen Hindernis-Parcours den Umgang damit üben. Neuerdings sehr beliebt sind auch Fahrten mit dem Pisten-Bully. Etwa in Saalbach-Hinterglemm, wo Sie in einer eigenen Snowmobil-City selbst Skidoo und Pistenraupe fahren oder mitfahren können. Auch in Kitzbühel kann man mit dem Motorschlitten seine Runden über einen eigens präparierten Parcours ziehen. In Zell am See/Kaprun wiederum ist es möglich, an Bord einer elf Tonnen schweren und 500 PS starken Pistenraupe über die schneebedeckten Hänge mitzufahren.

Adrenalinkick mit Action-Sport:
Noch mehr Adrenalin verspricht die Ausbildung, die Hubert Neuper in seiner Skisprungschule anbietet: Dort kann man sich nach den Methoden des ehemaligen Skiflug-Meisters die richtige Technik aneignen. Anfahrtshocke, Absprung und Telemarklandung stehen auf dem Lehrplan. Kaum weniger aufregend, geht es im Tiroler Tannheimer Tal zu, wo ab Mitte Dezember ein wettersicherer Eisturm zum Klettern bereitsteht. Für professionelle Tipps und Tricks steht ein Bergführer zur Seite, der bei Bedarf auch als Seilpartner einspringt – Ausrüstung kann vor Ort ausgeliehen werden. Für alle Extremisten, die sich ihren Kick in steilen Eiswänden holen wollen, gibt es österreichweit reichlich Gelegenheit dazu: Der Eisklettergarten Lech am Arlberg ist ein optimales Gelände für Anfänger und guter Übungsplatz für fortgeschrittene Iceclimber. Für ambitionierte Eisfallfreaks werden Eistouren auf einem der vielen gefrorenen Wasserfälle in der Umgebung organisiert. Im Klostertal können Eiskletterer am Fallbach und im Brandnertal auf gefrorenen Wasserfällen klettern. In der Eisarena am Pitztaler Gletscher in 2.800 Meter Höhe kann ebenso in eisigen Wänden geklettert werden wie im Ötztal, im Kaunertal, in Finkenberg im Zillertal oder im Pustertal in Osttirol. In Salzburg bieten sich in Uttendorf am Weißsee sehr gute Voraussetzungen, um das Eisklettern unter kontrollierten Bedingungen auszuprobieren und in der Steiermark ist das in der Alpinschule NoLimit in Bruck an der Mur möglich. Und last but not least kann in Kärnten im Maltatal, in der Nationalpark Region Hohe Tauern und im Eisklettergarten Heiligenblut diesem Actionsport gefrönt werden.

Frei wie ein Vogel:

Stark im Kommen ist seiteinigen Jahren auch das Snowkiten: Auf Snowboardoder Ski lassen sich die Snowkiter von einem großenLenkdrachen – dem Kite – mithilfe der Windkraftüber verschneite Wiesen ziehen – und zwar aufwärtsund abwärts. Snowkiten ist vor allem für jeneWintersportler interessant, die auf Schnee und Windstehen, nicht jedoch aufs Anstellen am Lift und aufEinschränkungen im Gelände. Über verschneite Wiesengleiten und lange Tiefschneehänge durchqueren –beim Snowkiten verschmelzen gewissermaßen Himmelund Erde. Sprünge bis zu 200 Meter Weite und 20Meter Höhe jagen das Adrenalin durch den Körper.Gegenüber der Variante zu Wasser hat das Snowkiteneinige Vorteile: Kiten auf Schnee ist leichter als aufder Wasseroberfläche, da die geringere Reibung schonbei schwachem Wind ein schnelles Tempo ermöglicht.Unbequeme Wasserstarts fallen weg, und schon einleichtes Lüfterl reicht, um den Kiter in Bewegung zusetzen. In Bergnähe hebt allein schon das Absinkender kalten Luftmassen den Drachen in die Höhe.Anfänger sollten ihre ersten Erfahrungen in einerKiteschule sammeln – denn ganz ungefährlich istdieser Actionsport nicht. Empfehlenswerte Adressefür diesen Trendsport ist die Snowkiteschule Austriain Thalgau bei Mondesee, die jährlich den Snow-Skite-Worldcup ausrichtet. Von diesen Pionieren desSnowkitens kann man von Mitte Dezember bis MitteMärz unter fachkundiger Anleitung beim Unterricht inTheorie, Sicherheit, Kitehandling und Schneetrainingdas Surfen auf Schnee lernen.

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