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Schneeschuhwandern

Eislaufen, Hundeschlitten, Winterwandern und Co.

Schnee-Erlebnis abseits der Pisten.

Schneeschuhwandern

Schneeschuhwandern. Eine besondere Variante des Winterwanderns ist das Schneeschuhwandern, das in den vergangenen Jahren zunehmend populärer geworden ist. Die Aussicht auf ein intensives Naturerlebnis abseits des Pistentrubels bewegt mittlerweile eine Vielzahl von Winterbegeisterten dazu, auf zwei tennisschlägerartigen Untersätzen Berge hinaufzustapfen. Diese Art der Fortbewegung geht auf die amerikanischen Indianer zurück, wurde später von Trappern, Holzfällern und Goldsuchern übernommen und ist schließlich auch in Europa bekannt geworden. Aus einem alten Fortbewegungsmittel wurde so ein Trendsportgerät. Während ein Wanderer mit Bergschuhen knie- oder hüfthoch im Schnee versinkt und sich daher kaum fortbewegen kann, verteilen die Schneeschuhe das Gewicht einer Person auf eine größere Fläche, womit die Dichte des Schnees dann ausreicht, deren Masse zu tragen.

Schneeschuhwandern ist etwas für naturbegeisterte Wanderer, junge Abenteurer, Familien, Hobbysportler und Gesundheitsfreaks. Wie kaum eine andere Sportart ermöglichen die modernen Schneeschuhe einem breiten Publikum den Zugang zu einer bislang unbekannten, aber überaus reizvollen Facette des Winters – einer ruhigen und oft tief verschneiten Winterlandschaft. Mit und ohne Walkingstöcke bedeutet das Erholung für aktive Einzelgänger, kleine Gruppen und Familien in gemäßigtem Alpingelände, auf Forstwegen oder leichten Almwegen. Schneeschuhwandern ist ein preisgünstiges Wintervergnügen, da sich der Aufwand für das Equipment in Grenzen hält und Liftkarten und Loipengebühren wegfallen. Und gesund ist es obendrein: Es stärkt Herz und Kreislauf, kurbelt die Energieverbrennung an, und der dämpfende Schnee schont die Gelenke. Obwohl dieser naturnahe Sport mit relativ einfachen Mitteln und nahezu ohne sporttechnisches Können durchgeführt werden kann, empfiehlt es sich für Anfänger, den Einstieg über geführte Schneeschuhwanderungen zu machen. Mit fachkundiger Anleitung stapft es sich nicht nur im richtigen Gelände und leichter durch den tiefen Schnee, man wird auch mit kleinen Tipps und Tricks versorgt und vor allem auch auf die Unwägbarkeiten der Natur hingewiesen.

Möglichkeiten zum Schneeschuhwandern gibt es in der österreichischen Landschaft mit ihren sanften Hügeln, weiten Karen und zahllosen Berggipfeln genug. In der Praxis ist Schneeschuhwandern überall möglich, wo Schnee ab einer Höhe von rund 15 Zentimeter liegt, zum wirklichen Erlebnis wird es aber erst in unberührter Natur und bei höherer Schneelage. Dabei sollte auch hier die Lawinengefahr im alpinen Gelände nicht unterschätzt werden – diese gilt für Schneeschuhwanderer natürlich ebenso wie für Skifahrer oder Snowboarder. Besonders eindrucksvolle Schneeschuh-Trails gibt es beispielsweise im Talschluss von Rauris im Salzburger Land vor majestätischem Dreitausender-Panorama oder auf sanften Gipfelwegen in der verschneiten Landschaft rund um Ischgl in Tirol. Im Nationalpark Kalkalpen Ennstal wiederum geht es jedes Wochenende mit ausgebildeten Nationalpark-Betreuern durch die winterliche Bergwelt. Geführte Touren gibt es weiter im Osten im Semmeringgebiet auf den Sonwendstein oder aufs Stuhleck, und auch auf der Rax kann nach der Auffahrt mit der Rax-Seilbahn in relativ leichtem, aber alpinem Gelände – auch mit Leihschneeschuhen – durch die Winterlandschaft gestiegen werden.

Übrigens: Bei Schneeschuhen gibt es verschiedene Arten, weshalb wir hier einige Hinweise zur Orientierung geben möchten: Die Originale der Indianer und Trapper bestehen aus einem gebogenen Holzreifen, der am Ende zusammengebunden ist. Die Lauffläche ist mit einem Netz aus Lederstreifen bespannt. Diese Klassiker gibt es auch heute noch, sie sind aber veraltet und haben aus heutiger Sicht nur eingeschränkte Gebrauchseigenschaften, sie sind daher nur Nostalgikern zu empfehlen. Die ersten in händischer Serienproduktion vom Amerikaner Walter F. Tubbs 1906 hergestellten Schneeschuhe waren solche Modelle.

Aluschneeschuhe sind die zweite Generation dieses Sportgeräts und bestehen aus einem Aluminiumrahmen und einer Kunststoffbespannung. Sie sind für flache Wanderungen in Tälern gut geeignet, bei Aufstiegen oder Hangquerungen hat die Gewebegleitfläche aber meist ihre Tücken und zuwenig Grip.

Die neueste Generation der Schneeschuhe besteht aus kältefestem Kunststoff, der sehr guten Auftrieb und Festigkeit gewährleistet. Die etwas kleinere Bodenfläche macht diese Modelle besonders wendig. Zudem ermöglichen integrierte Spikes die Begehung jedes Geländes – von flach über steil bis zu alpin.

In die bequeme Bindung der Schneeschuhe passen gewöhnliche Bergschuhe, die allerdings wasserdicht sein und mit Gamaschen ergänzt werden sollten. Bei der nach Möglichkeit atmungsaktiven Kleidung sollte angesichts unvermeidbarer Anstrengungen das Zwiebelprinzip – also mehrere dünne Schichten – angewandt werden. Alles in allem ist Schneeschuhwandern ein preiswerter und gesunder Sport, der das ganze Leben lang praktiziert werden kann.

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