Die besten Skigebiete Vorarlbergs
Besonders bunt glänzt das Winterweiss im Ländle
Tobende Schlittenhunde, konditionsfördernde Loipen, weiß verpackte Bauernhöfe, ja sogar Tänzer und Kräuterpfarrer als Skilehrer. Vorarlberg hat mehr zu bieten, als Hunderte Kilometer optimal präparierter Pisten, sondern mit Lech, Montafon, der Alpenregion Bludenz oder dem Bregenzerwald unterschiedlich verträumte Schauplätze des Winters zwischen Arlberg und Bodensee. Zwar wäre es fatal, den Winterurlaub dieser Regionen allein auf die Skipisten zu fokussieren. So geht nichts über eine zünftige Rodelpartie mit vorhergehender Hütteneinkehr. Denn von 42 Rodelbahnen verhelfen gleich 16 dank Beleuchtung zum romantisch-frischen Abendprogramm.
Aber natürlich zählt das von Österreichern so bezeichnete „Ländle“ zu den globalen Vorreitern des alpinen Skilaufs. Schließlich bewegte der erste Skilift die Gäste in Lech nach oben – und der weltweit älteste Skiclub Arlberg wurde am Arlbergpass nur einen Schneeballwurf vor den Toren von Österreichs westlichstem Bundesland begründet. Nicht zu vergessen, dass Hannes Schneider dort nicht nur die Arlberg-Skitechnik begründete, sondern bereits 1906 den ersten Gästeskikurs durchführte. Wobei die Vorarlberger Seite des Arlbergs mit Lech und Zürs im Winter 2012 eine Spitzenposition abgeben muss: Das größte zusammenhängende Skigebiet des Ländles ist nun im Montafon zu finden. Dafür sorgt der spektakuläre Zusammenschluss der Skigebiete Hochjoch bei Schruns und der südlich davon gelegenen großen Silvretta Nova. Investiert wurde zwar auch in Bergbahnen in Lech, aber der absolute „Gegenschlag“ wird noch zumindest einen Winter auf sich warten lassen. Dann könnte es eine Verbindung mit den in Sichtweite liegenden Pisten von Warth im Bregenzerwald kommen und auch das „ewige“ Thema einer seilbahntechnischen Verbindung der beiden Seiten des Arlbergs wird neu angedacht. Denn die alemannische Seele ruht sich nicht auf historischen Leistungen aus. In der Seilbahnproduktion ist Doppelmayr aus Wolfurt längst die globale Nummer eins – und erfreute in den letzten Jahren vor allem die Damenwelt durch beheizbare Liftsessel. Jüngste Errungenschaften sind die innovativen Kindersicherungen bei den Sesselbahnen.
Weniger sportliche Überwindung und das Spüren winterlicher Kälte sind für die meisten Winterurlauber der Trieb für alpine Aufenthalte. Es geht um Naturerlebnis verbunden mit Komfort. Neben den Liften und Hotels ist das gastronomische Angebot dafür mitentscheidend. Lech, Oberlech und Zürs sind geradezu das Synonym für Genuss, wenn es um gastronomische Errungenschaften geht. Nirgendwo ist die Dichte an von Gourmetguides ausgezeichneten Restaurants so hoch wie an diesem Fleck. Die zweite großflächige Skiregion, das Montafon, steht dem nur wenig nach. Dort, wo sich einst schon Ernest Hemingway in zwei Wintern ein rotes Näschen holte, ob von der Kälte oder den ausgezeichneten Bränden, sei dahingestellt. Familien mit kleineren Kindern sind vielleicht in den überschaubaren Skigebieten von Sonnenkopf oder im Brandnertal noch besser aufgehoben. Gerade im Umfeld von Bludenz sind speziell die Varianten des Winterurlaubs – etwa beim Ausflug mit den Schlittenhunden des Huskie-Toni – in aller Vielfalt zu erleben.
Das gilt wohl auch für den Bregenzerwald. Eine eigene Welt aus Holz gebaut, die erst gegen Talschluss hin mit dem im Vorjahr zusammengeschlossenen Skigebiet von Mellau und Damüls sowie Schröcken - Warth kantig wird. Eine Besonderheit bildet das grenzüberschreitende Kleinwalsertal, wo in Vor-EU-Zeiten selbst die D-Mark als Zahlungsmittel offiziell erlaubt war. Das ausschließlich über Deutschland (Oberstdorf) erreichbare Tal bietet nicht nur skifahrerisch ausgezeichnete Möglichkeiten, es beeindruckt auch durch seine spektakulären Gipfel. Es wäre ein schwerer Fehler, Vorarlbergs Winter nur auf seine Pisten zu reduzieren. Gerade in der Struktur des Ländles ist jede Menge Platz, die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Faktisch in allen Regionen werden Freeride-Sicherheitscamps oder auch Splitboardtouren geboten. Keine Frage, dass im Land des Snowboard- Weltmeisters Markus Schairer auch die Freunde des Solobrettls auf ihre Rechnung kommen, speziell in Schairers engerer Heimat Montafon.



