Die besten Skigebiete Tirols
Mini-Olympia bespielt das XXL-Skizentrum der Alpen
Das Feuer wird brennen und die Olympische Flagge wird wehen, wenn zwischen 13. und 22. Jänner gut 1.000 Athleten Innsbruck und Seefeld bevölkern. Trotzdem wird nicht zum dritten Mal, nach 1964 und 1976, die gesamte Sportwelt ihre Aufmerksamkeit nach Tirol richten. Handelt es sich doch um die ersten Winter Youth Olympic Games (YOG).
1.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren aus 70 Nationen sollen sich in Olympischen Wintersportarten messen. Damit ist Innsbruck, wenige Monate vor London, der erste dreifache Olympiagastgeber. Der Vorteil des Kleinformats: Es wird kein Getümmel geben, die Preise werden keine olympischen Höhenflüge antreten. Mit 84 zu 15 Stimmen war das Vergabevotum so eindeutig, wie noch nie in der Geschichte des Olympischen Komitees. Zufall ist das keiner. Denn ein Ranking der Wintersportbrennpunkte sieht Österreich weit oben, und müsste man den Skisport auf ein Land reduzieren, läge man mit Tirol nicht falsch. Nirgendwo sonst wird eine derartige Tourismusintensität erreicht, wie in den Tiroler Bergen. Hier gibt es mehr Gästezimmer als in der gesamten Schweiz, und rund die Hälfte des österreichischen Umsatzes wird im Wintertourismus erzielt. Die Basis dafür legen rund 4.000 Pistenkilometer und insgesamt 1.400 Seilbahnen.
Letztere sind für den Urlaubsgast zwar nicht gerade geschenkt, aber betrachtet man, was für die Tages- oder Wochenkarte alles geboten wird, relativiert sich das Ganze: So gehört es zum guten Ton, innerhalb der Skiregionen kostenlose Skibusse anzubieten. Selbst wenn, verglichen zur Eröffnung der Weltrekordbahn von Sölden auf den Gaislachkogel im vergangenen Winter, man es diesen Sommer etwas ruhiger anging, gibt es doch noch genug Komfortverbesserungen. Vor allem wurde den kalten Hintern der Kampf angesagt und neue Sitzheizungen erwarten die Wintersportler bei mehreren Liften im Zillertal (von der Gerlos bis nach Tux), in Kitzbühel und an manch anderen Orten weiter westlich. Wobei jede dieser erwärmenden Maßnahmen selbstredend mit Kapazitätssteigerungen verbunden ist. Eine echte Angebotserweiterung ist nur aus dem unteren Ötztal zu vermelden. Im Skigebiet Hochötz erschließt die Wetterjochbahn neue Pisten, darunter auch eine schwarze und viele tolle Möglichkeiten für Variantenskifahrer. Wobei sich Neuigkeiten auch abseits der Skipisten finden: In der Zillertal Arena gibt’s unter anderem erstmals einen „Snakerun“, und in der Skiwelt Wilder Kaiser wurde eine Ski- Movie-Strecke errichtet. Die wirtschaf tlich erfolgreichen Winter der Vergangenheit sorgen nicht nur für komfortablere Bahnen, gerade bei den Hotels wird aktuell kräftig aufgerüstet. Besonders auffällig ist das in St. Anton am Arlberg: Mit „The Mooser“, M3,Valluga und Tannenhof eröffnen gleich vier höchst gediegene Häuser.
Ein zusätzlicher Magnet sind Großevents. So gastieren fast alle Wintersport- Weltcups in Tirol. Egal ob Rennrodler, Bob- oder Skeletonfahrer in Innsbruck-Igls, die Alpinen in Sölden und Kitzbühel, Biathleten in Hochfilzen, Skispringer zur Vierschanzentournee am Bergisel, Nordische Kombinierer in Seefeld oder die junge Olympiasportart Skicross in St. Johann. Dazu kommt wieder vom 2. bis 4. Februar der Air- & Style- Contest in Innsbruck. Doch nicht nur bei diesem stehen Party und Musik im Zentrum, lautstarke Begleitmusik gehört überall dazu.
Andere Orte brauchen gar keinen speziellen Partyanlass, da macht schon der Winteralltag die Musik. Die Infrastrukturen beschränken sich aber nicht auf alpine Pisten und Partytime. Winterwanderwege verführen immer mehr Menschen, einfach die frische Luft bei einer Wanderung zu inhalieren. Oder ganz bewegungsarm fest eingepackt in einem Pferdeschlitten. Besonders schneereiche Winter lassen hier Winterfrischlern einfach das Herz aufgehen.
Und wenn sich einmal, wie im vergangenen Jahr, Frau Holle zu sehr bitten lässt, wird’s trotzdem nicht fad. Sportlich Aktive nutzen in jüngster Zeit intensiver das Langlaufangebot. In Tirol werden bei entsprechenden Schneeverhältnissen bereits 4.000 Loipenkilometer präpariert, 700 Kilometer davon als Skatingspuren. Immer öfter werden zur Absicherung auch Höhenloipen oder kleine, künstlich beschneite Runden in Ortsnähe angelegt. Nach den bewegenden Outdoor-Aktivitäten bietet im Winter die Rückkehr in die warme Stube immer das angenehme Gefühl entspannter Müdigkeit. Wobei für viele das allgegenwärtige Wellness-Angebot als Wärmespender an die Stelle der Stube tritt.



