Österreichs nach Wien großflächigste Gemeinde wirkt auch als Touristenmagnet. Zumal im Winter, wenn der Gaislachkogel (3058 Meter) mit einer der längsten durchgängigen und schneesicheren Talabfahrten mörderisch Kondition abverlangt. Für viele Skifans ist dieser direkt aus dem Ort aufsteigende Gipfel das Highlight, nicht die hinter ihm gelegenen 20 Quadratkilometer erschlossener Gletscherpisten.
Als österreichisches Unikat bietet Sölden seit einigen Jahren über das „Golden Gate“ die Skiverbindung vom gewachsenen Skigebiet auf den Gletscher. Als Big3-Rallye lässt sich die Runde zu den drei Dreitausendern, zu denen noch Schwarze Schneid (3340 m) und Tiefenbachkogel (3249 m) zählen, in etwa vier Stunden bewältigen. Wobei auf jedem Gipfel ein markanter Aussichtspunkt die besondere Lage markiert. Am spektakulärsten ist der Tiefenbachkogel, wo ein 20 Meter langer Felssteg 60 Meter über den Gletscherabgrund hinausragt. Trotz Weltcupstart sind die Pisten in diesen Regionen, wie es sich für einen Gletscher gehört, eher flach, nur die Weltcupstrecke bildet eine gefällige Ausnahme. Der Tiefenbachgletscher ist seit vielen Jahren bevorzugter Spielplatz der Boarderclique am Saisonrand. Sonst finden sie oberhalb des Giggijoch einen noch attraktiveren Snowpark vor. Für Skiextremisten ist trotz des tollen Gesamtangebots das wahre Abenteuer eher dünn gesät. Natürlich gehen die Buckelpisten Gampe Berg, Gampe Tal und am Gletscher ganz ordentlich in Gelenke und Oberschenkel, aber absolutes Adrenalin ist selbst auf den schwarzen Pisten vom Hainbachjoch nicht angesagt. Ganz anders die direkte Abfahrt vom Gaislachkogel, leicht rechts von der Seilbahn, die jedoch besser in Begleitung eines Profis in Angriff genommen wird.
Bricht der Abend über das urbane Skidorf herein, steppt der Bär. Schon davor – und besonders an Wochenenden – nimmt der Stau auf der Durchfahrtsstraße Metropolendimensionen an. Aber wär’s nicht so attraktiv, es würden weniger kommen.











Kommentare
Noch keine Kommentare vorhanden.