Es ist noch immer ein eher gottverlassenes Hochgebirgstal, das seinen Tourismus – wie die meisten Gletscherskigebiete – der Energiewirtschaft zu verdanken hat. So kurvt der Postbus am Gepatschstausee vorbei. Auf der Ochsenalm (2150 Meter) startet das Skigebiet, 600 Meter höher die Gletscherbahnen. Im Großen und Ganzen geht’s auf den eher leichten Pisten aber überwiegend beschaulich zu. Die große Ausnahme bietet die noch neue Karlsjochbahn. Kabinenbahnen sind am Gletscher selten – aber aufgrund der Höhenlage ein Komfortgewinn. Wer am Grat ein Stück weiter fährt, kann am Rand die anspruchsvollere Piste Nr. 5 erkunden. Wenn es die allgemeinen Witterungs- und persönlichen Fahrverhältnisse erlauben, fährt man aber doch ein Stück weiter in eine der beiden Weißseejoch-Varianten ein. Gemeinsam mit dem österreichischen Alpenverein wurde im Rahmen von „Risk’n’fun“, dem Ausbildungsprogramm der österreichischen Alpenvereinsjugend, ein Leitsystem für Variantenfahrer entwickelt. Infotafeln im Bereich der Weißseejoch-Varianten sollen zusätzlich zu einem kritischen Hinterfragen der jeweiligen Fahrsituation animieren.
Das von den Pisten her für Alpine nicht ganz so spektakuläre Gletschergebiet ist der absolute Treff, um die Freestyle-Saison mit dem Opening Anfang Oktober zu beginnen oder im Frühling bei den Spring Classics ausklingen zu lassen. Wenn das Wetter in dieser Höhenlage mitspielt, dann bietet der Snowpark den ganzen Winter das perfekte Umfeld für trickreiche Boarder. Links vom Weißseefernerlift wird die wettkampftaugliche 120-Meter-Halfpipe hergerichtet. Der letzte Einkehrschwung gehört meist der Ochsenalm, das etwas darunter gelegene Gepatschhaus öffnet erst mit der Osterwoche. Wird es durch Wind, Nebel und Schneefall zu eisig im Ewigen Eis, kann am Taleingang ab Prutz-Ried die Fendelsbahn eine bis auf 2300 Meter reichende Alternative mit einigen breitgewalzten Pisten bieten.
Homepage: www.kaunertaler-gletscher.at





