Wer sich in bester Gesellschaft bewegt, muss deshalb nicht automatisch in guter Gesellschaft sein. Im winterlichen Kitzbühel flanieren jedenfalls innerhalb einer Woche höchst unterschiedliche Gruppen. Die Pelzmäntel regieren während des Winterpoloturniers, um während des Hahnenkamm-Rennens dem bierseligen Fanauftrieb zu weichen. Wobei zeitgleich in den bereits fünf Fünfsternehotels des Ortes Topkunden auf Champagnerrunden einladen. Was alle eint, ist die Lust am Skilauf. Viele erstaunt, dass die Streifabfahrt auf nur 800 Meter Seehöhe endet. Schon das erste Hahnenkamm-Rennen 1931 diente der Beweisführung, dass Kitzbühel trotz geringer Höhe schneesicher ist. Inzwischen sorgt eine fast lückenlose Beschneiung dafür, dass das dichte Liftgeflecht zwischen Dezember und Ostern nicht arbeitslos wird. Nur das Skigebiet des im Sommer bei Radfahrern gefürchteten Kitzbüheler Horns setzt ausschließlich auf Naturschnee. Wahre Puristen nutzen die Bichlalm, um hier eigene Spuren in den Tiefschnee zu ziehen. Temporär verhilft der „Catservice“ zur Rückkehr.
Das wahre, über dutzende Kilometer verbundene Skigebiet hat von Kitzbühel aus mit der Hahnenkammbahn seinen Startpunkt. Ab Kirchberg ist’s die Fleckalmbahn. Dann darf geschaukelt werden, was das Zeug hält, bis über den Pass Thurn nach Mittersill-Hollersbach. Dazwischen überspannt die bis vor Kurzem weltweit größte 3S-Bahn einen Talboden, und strategisch liegt die Einkehr am Bärenbadkogel perfekt. Skifahrerisch ist der Steinbergkogel top: steile, präparierte Abfahrten, an den Rändern manchmal mit kaum verspurtem Pulver. Sowohl von dort als auch vom Pengelstein locken lange Abfahrten Richtung Aurach-Jochberg. Bestehen bleibt die Sehnsucht, die Pisten zu bewältigen. Einfach beim nun mit neuem Sessellift bestückten Ganslernhang, nahezu unmöglich bei der „echten“ Streif. Zuerst wird sie gesperrt, um das Rennen abzusichern, später passiert meist Gleiches bei den Passagen Mausefalle-Steilhang und Hausbergkante aus Sicherheitsgründen.







