Snowboards

Snowboards: Mehr als ein Brett

Freunde des Snowsurfens wählen ihr Gerät lustbetont.

Board ist nicht gleich Board

Die Auswahl ist heute bestechend. Nirgendwo anders wird eine derartige Vielfalt an Designs geboten. Nicht umsonst gilt der Snowboardsektor als absoluter modischer Trendsetter für den Wintersport. Ob das schneidige Carven über die Piste oder kunstvolle Sprünge in den Halfpipes, Balanceakte in und auf den anderen Hindernissen der immer zahlreicheren Funparks (siehe S. 220): Für jede Form dieses Sports findet man das passende Produkt. Zumindest mit Geduld und Beratung.

Am häufigsten wird das Freerideboard gewählt. Es ist in seiner Bauart eher breit und weich, ideal zum Powderfahren. Aber auch auf der Piste lässt sich damit gut carven. „Easy Obstacles sind auch drin“, weiß der Freak. Freerideboards werden ausschließlich mit Softboots gefahren. Die Bindung ist etwas hinter der Mitte montiert, um gemeinsam mit der stark aufgebogenen Nose idealen Auftrieb im Tiefschnee zu gewährleisten. Ein aufgebogenes Ende ermöglicht zudem auch rückwärts zu gleiten – „Fakie“, wie der Fachmann sagt.

Als erweiterte Bauart gilt das Longboard, das dem Freerideboard ähnelt, aber rund zwei Meter Länge erreicht. Das Freestyleboard ist ähnlich weich gebaut, mit etwa 130 bis 165 Zentimeter jedoch noch kürzer als das Freeride-Modell und hat eine zentral montierte Bindung. Es ist ideal für Jumps mit schnellen Spins und für die Rails. Das Board ist Twintip, das bedeutet, Tail und Nose sind identisch. Vorwärts und rückwärts gleichen sich, der Switch zwischen beiden Stilen wird so kaum spürbar. Speziell beim Landen nach einem Jump ist diese Eigenschaft wertvoll. Das Freestyleboard wird ebenfalls mit Softboots gefahren und bevorzugt im Funpark verwendet. Absolut für Parks werden Jib-Boards gebaut. Mit seinen hochgezogenen Kanten ist das Jib ganz speziell für Rails und Boxen konstruiert. Auf die Piste sollte man sich mit diesem Sportgerät aber besser nicht wagen.

Wer sowohl auf Pisten, aber auch in Parks und im Tiefschnnee unterwegs ist, wird auf das Allroundboard zurückgreifen. So wie auch der Anfänger, der erst den Kontakt mit dem Sport sucht. Es enthält in seiner Bauart Elemente von Freeride und Freestyle, mit einer besseren Gewichtsverteilung auf die Kanten, die auch bei hartem Untergrund Halt verschaffen. Es bedeutet schon den Übergang zu den Alpinboards, die sich ausschließlich für das Pistenfahren eignen. Carven in Reinkultur! In seiner ausgeprägtesten Form, als Raceboard, nimmt das Carven volle Fahrt auf. Hier ist der Profibereich angesiedelt, bei Anfängern werden diese Geräte zu Waffen. Slalomfahrer wählen Boards zwischen 155 und 165 Zentimeter Länge, für weitere Schwünge sind 175 und 185 Zentimeter angesagt. Das Raceboard wird mit Skischuhen, entsprechenden Hardboots und einer schweren Plattenbindung gefahren, um auch hohe Geschwindigkeiten gut bewältigen zu können.

Dem Raceboard ähnlich ist das Carvingboard, mit dem man noch besser auf der Kante fahren und somit dynamisch –ohne jegliches Andriften – carven kann. Dafür hat es eine extrem hohe Torsions- und Vorspannung, der Tail ist gerade. Bindung und Board bilden in der Regel eine Einheit, auch seitens der Hersteller. Wer zwischen Backcountry, Piste und Park variiert, wird dabei die leichte Verstellbarkeit der Bindung besonders schätzen. Bei den Schuhen haben sich weitgehend Softboot-Varianten durchgesetzt, nur echte Pistencarver setzen auf höhere Stabilität. Absolutes Markenzeichen der Boarderwelt waren und sind „Schlabberhosen“, einst bewusst als Gegenstück zum möglichst hautengen Dress der Alpinen kreiert. Weiterhin zeichnet die funktionelle Snowboardkleidung möglichst hohe Wasserresistenz aus. Verstärke Knie- und Pobereiche sind für diesen Sport, bei dem die mit eifriger Konversation gefüllte Rast im Schnee einen wichtigen Teil einnimmt, unerlässlich. Die Marken, Formen und Spezialitäten dieser Wintersportmode anzuführen, würde ein eigenes Buch füllen.

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