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Der Ski Guide Austria
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Skiguide

Skischuhe

Skischuh und Skibindung

Skischuh und Bindung sind fürs Fahrvergnügen entscheidend.

Zwischen Kraft und Komfort

Wenig ist so fordernd, wie sich auf neue Skischuhe einzustellen. Nicht selten ignorieren Rennläufer deshalb hochdotierte Verträge, um wieder in den gewohnten Schuh schlüpfen zu können. Das mag Otto Normalskiläufer beruhigen, wenn er im Geschäft den fünften Skischuh probiert. Und probieren heißt in diesem Fall eine Stunde im Schuh verbringen. Einige Sportgeschäfte bieten sogar die Möglichkeit, den Skischuh auf Pistensimulatoren zu testen. Im Prinzip ist der Skischuh die Suche nach der perfekten Übereinstimmung von optimaler Kraftübertragung und Komfort. Die optimale Kombination beider Faktoren muss Illusion bleiben. Sonst würden Rennläufer nicht nach jedem Lauf sofort die Schnallen aufmachen.

Viele ausgezeichnete Skiläufer, die bei Gelegenheit Abstecher ins Gelände unternehmen, tendierten deshalb in den vergangenen Jahren zu bequemeren Tourenskischuhen, deren Topmodelle durchaus abfahrtstauglich sind. Doch wer nicht aufsteigt, braucht eigentlich viele Funktionen von Tourenschuhen nicht. Deshalb hat sich die Industrie auf die Wünsche der Sportler eingestellt und bietet optimierte Freeridemodelle, die auf der Piste halten und im Tiefschnee begeistern. Etwa den Salomon Shogun mit nur zwei großen Aluminiumschnallen und besonderer Sohlendämpfung für harte Landungen. Ohnehin haben einzelne Firmen Spezialitäten entwickelt. So setzt Fischer auf Soma-Tec, eine einzigartige Standposition der Füße am Ski. Die natürliche V-Stellung wird beibehalten und der Körperschwerpunkt auf die Skimitte konzentriert. Die Manschette vor dem Schienbein ist exakt in Fahrtrichtung und verstärkt die Beschleunigungswirkung. Allerdings ist die geänderte Fußposition anfangs gewöhnungsbedürftig.

Head hat mit dem Vector eine neue Linie im obersten Segment lanciert. Die Spineflex-Schnalle ermöglicht durch ihr Design und die flexible Aufhängung den perfekten Kraftschluss auch ohne eigenen Servicemann. Angenehme Begleiterscheinung: Druckstellen am Rist sollten der Vergangenheit angehören. In der wachsenden Gilde der Tourengeher hat sich Dynafit eine gewisse Ausnahmeposition gesichert, wobei für den Aufstieg das geringe Gewicht eine besondere Rolle spielt. Der Titan TF-X bietet durch neue Materialien um 20 Prozent verbesserte Kraftübertragung. Mit Gaia wurde ein an die Anatomie des weiblichen Wadenbeins angepasstes Damenmodell auf den Markt gebracht.

Drittes wichtiges Element ist die Wärme. Atomic hat schon länger die Skischuhheizung integriert, Therm-ic bietet das Sohlenheizsystem für alle Modelle. Lange hat nun eine Neopren-Zehenbox eingebaut, die sowohl wärmt als auch die Druckeinwirkung auf die Zehen abfedert. Zusätzlich sind die Innenschuhe der Damenboots (z. B. Banshee W Pro) noch mit federleichten Daunen gefüttert. Außerdem wurden auf Basis aktueller anatomischer Forschungen die weniger rennlastigen Modelle etwas breiter geschnitten. Zusätzlich bemühen sich manche Hersteller wie Salomon, im Sinne der Alltagstauglichkeit wieder rutschfeste Sohlen zu entwickeln, damit der Weg vom Parkplatz bis zur Gondel nicht zum Horrortrip wird. Ein nicht unwichtiger Nebenschauplatz für die Skischuhentwicklung ist der Trend zu breiteren Skiern. Reine New-School-Jünger im Funpark verwenden extrem weiches Material. Demgegenüber setzen die auf Stöcke verzichtenden Extremcarver von Edelwiser auf die Topmodelle von Dalbello.

Trends zu Backcountry und Funpark stellen auch die Bindungsproduzenten vor neue Herausforderungen. Etwa breitere Bindungen: Marker, mit deren Bindungen auch die K2-Parkmodelle und das komplette Sortiment von Blizzard mit dem einzigen homogen-integrierten IQ-Bindungssystem ausgestattet sind, hat zusätzlich mit „Schizo“ eine Bindung für sämtliche Einsatzzwecke entwickelt. Sie erlaubt dem Skifahrer, die Bindungsposition direkt am Ski mit einem Schraubenzieher um 60 Millimeter zu variieren.

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