Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. In der Summe gilt dieser Spruch für die Skiindustrie nicht mehr. Die Wünsche mögen noch so außergewöhnlich, die Anforderungen noch so extrem, die Designvorstellungen noch so extravagant sein: Irgendwo wird man fündig. Allerdings gilt es zu bedenken, dass dafür ab und zu vierstellige Eurobeträge zu berappen sind.
Und sei es, man bastelt sich zumindest das Skidesign selbst. Auf diesem Sektor sind Edelwiser gewiss Vorreiter. Ex-Rennläuferin Nicola Werdenigg-Spieß und Technologieexperte Erwin Werdenigg betreiben wohl die einzige Skimanufaktur in Wien. Verschworen haben sie sich dem extremen Carven ohne Stöcke, bei dem der Schwung offensiv über den Innenski ausgelöst wird. Die Gerätschaft dafür haben sie selbst entwickelt, das Design lässt alle kreativen Möglichkeiten offen.
Fun und Feeling lassen immer neue Varianten alpiner Gleithilfen entstehen. „Echt fett“ ist da nur ein Stichwort, das ebenso die Begeisterungsausbrüche im staubenden Powder wie die Breite der dafür notwendigen Brettln ausdrückt. Diese Entwicklung hat längst auf den heimischen „Brettlmarkt“ umgeschlagen. Auch große Unternehmen bieten zunehmend ein Marktsegment, das noch über den teuersten Race-Modellen angesiedelt ist. In den meisten Handelshäusern sind diese seltenen Exemplare faktisch nie zu finden. Etwa wenn Kneissl im Vorjahr eine von Fredi Nyberg mitentwickelte Sonderserie in der Auflage von 99 Stück unters Volk, nein, unter die Herrschaft gebracht hat. Ebenfalls in diesem Hause wird auch der mit Swarovskikristall bestückte „Hansi-Hinterseer“-Ski produziert.
Manche sind echte Manufakturen, manche lassen sich nach dem System Lexus/Toyota für das Topsegment einen eigenen Namen einfallen. Als Unternehmen gehört Volant eigentlich zu Atomic, entwickelt wird der Luxusski Volant – das Modell Platinum steht mit rund 1500 Euro in der Liste – jedoch eigenständig. Immer wieder tauchen Luxusmarken auf den Pisten auf: Namen wie Boheme, Lacroix ultime oder Indigo. Auch die Modemarke Bogner produziert teure Skier. Ein Vorarlberger Vertreter der Luxusabteilung jenseits der 1000-Euro-Grenze sind die weißen Carver mit ovalem Lochdesign von Kästle.
Ein ganz besonders Stück in dieser Gilde ist Zai. Die Preise für „Skipakete“ dieser Marke reichen von 2435 bis 5500 Euro. Dafür ist das Schweizer Unternehmen auch das Einzige, das Skier mit Steinkern produziert. Der Kern aus Gneis ist durch das Fenster in der Kautschukoberfläche gut sichtbar. Sogar die regionale Herkunft des Steins variiert zwischen den Modellen, deren teuerstes „All Black“ in Zusammenarbeit mit der Uhrenmarke Hublot entstanden ist. Eine typisch italienische Edelmarke mit extrem reduziertem Design ist Vist.
Wenn dem gestandenen Tourengeher ein Lacroix- oder Zai-Fahrer begegnet, wird er wohl nur den Kopf schütteln. Dabei ist im boomenden Tourenskibereich längst nicht mehr alles auf schlichte Einfachheit getrimmt. Fast alle Skiproduzenten bieten heute auch Tourenskier an. Doch es gibt zumindest zwei Unternehmen, die komplett darauf spezialisiert sind. So hat das Traditionsunternehmen Hagan eine umfassende und durchgestylte Tourenski-Palette für alle Bedürfnisse. Der zweite Spezialist ist Salewa-Dynafit. Dort wurde neu der „Mustagh Ata Superlight“ entwickelt, der angeblich leichteste Ski in seiner Klasse. Mit 88 Millimeter ist die Tallierung nicht extrem, womit der Fahrspaß bei allen Schneeverhältnissen gegeben sein sollte. Dabei bewegt man im Aufstieg so wenig Gewicht, dass der Ski durchaus auch für lange Hochtouren und sogar für Expeditionen ideal geeignet ist.
1. ATOMIC Double Deck D2 Vario Cut | 4. VÖLKL Tigershark 11 Feet Powerswitch |
2. FISCHER Watea 94 | 5. EDELWISER Swing Director |
3. HEAD Chip 66 | 6. BLIZZARD Zeus IQ-Max |




