Wer eine Langlaufausrüstung kauft, sollte sich zuerst bewusst machen, welcher Leistungsklasse er angehört: Es wird in Wander-, Allround-, Sport- und Racing-Modelle unterschieden. Vorerst gilt es aber die Entscheidung zur Grundtechnik zu treffen: Classic oder Skating?
Beim Classic-Ski bildet der mittlere Bereich die Steigzone, die bei Kontakt am Schnee haftet und den Abdruck nach hinten ermöglicht. Beim Wachsski wird die Steigzone mit Haftwachs versehen, beim Nowax-Ski sind mechanische oder chemische Steighilfen in den Belag des Skis integriert, häufig in Form von Schuppen im mittleren Skibereich. Der Nowax-Ski empfiehlt sich für Freizeitsportler, da beim Wachsski eine gewisse Wachskenntnis (siehe Seite 336) notwendig ist. Die Wahl der richtigen Skilänge bedient sich der Grundformel „Körpergröße plus 20 Zentimeter“, wobei das Körpergewicht für die Spannung des Skis ein weiteres Kriterium darstellt. Eine zu hohe Spannung bietet keinen Halt beim Abstoß, ein zu weicher Ski weist schlechte Gleiteigenschaften auf.
Bei den Langlaufschuhen wird beim klassischen Stil zwischen halbhohen und flachen Modellen unterschieden, wobei erstere besonders für Anfänger und Freizeitläufer geeignet sind, weil sie eine höhere Stabilität aufweisen. Die flachen Modelle erlauben eine höhere Bewegungsfreiheit. Im Gegensatz zu den klassischen Modellen sind die Skatingschuhe höher geschnitten, damit die Sprunggelenke stabilisiert werden. Es gibt auch Kombimodelle, die aber besser gemieden werden sollten.
Der Skating-Ski besitzt keine Steigzone und ist im Vergleich zum klassischen Modell etwas kürzer und leichter gekrümmt. Bei der Wahl des richtigen Skating-Skis spielt das Körpergewicht eine vielleicht noch wichtigere Rolle. Ist die Spannung zu hoch, lässt sich der Ski kaum drehen, ist sie zu gering, gleitet der Ski schlecht. Die Skilänge sollte 5 bis 10 Zentimeter zusätzlich zur Körpergröße betragen, wobei die Länge auch vom Können des Läufers abhängt. Eine neue Entwicklung im Langlaufsport ist Cruising. Hier geht es nicht um die perfekte Technik geht, sondern um den Spaß an der Bewegung in der Natur. Cruising-Ski gehören zur Gruppe der Wander-Ski. Sie sind besonders kurz und breiter als Sport- und Rennski, um auch in freiem Gelände ein Einsinken im Schnee zu verhindern.
Bei den Langlaufbindungen gibt es nur zwei Lizenzgeber, namentlich die Marken Salomon und Rottefella. Die zwei Systeme arbeiten nach dem gleichen Prinzip, sind aber nicht kompatibel. Die Spitze des Schuhs wird in die Bindung eingehängt, beim Abrollen wird der Schuh gegen einen Elastomerblock gedrückt, der die Bewegung abdämpft und so den Ski besser kontrolliert. Bei den neueren Bindungen ist ein zusätzlicher zweiter Metallbügel integriert, der einen weiteren Haltepunkt auf der Sohle darstellt und somit für eine bessere Führung und ein komfortableres Drehverhalten des Skis sorgt.
Bei der Wahl der Langlaufstöcke gilt es ebenfalls nach der Technik zu unterscheiden. Zur Ausübung der klassischen Technik sollte der Stock bis in Achselhöhe reichen, beim Skating muss der Stock etwas länger sein – je nach Können bis hinauf zum Kinn. Die Stöcke sind meist aus Fiberglas oder Aluminium gefertigt, um möglichst leicht zu sein. Bei besseren Modellen wird manchmal Karbon verwendet. Die Gewichtsersparnis macht den Stock aber nicht nur teuer, es kommt auch häufiger zu Stockbruch. Auch bei den Schlaufensystemen gibt es einige Unterschiede. Wanderer begnügen sich mit einfachen Schlaufen, wie sie vom Skifahren bekannt sind. Sie ermöglichen ein schnelles An- und Ausziehen. Handschlaufen hingegen, die mit einem Klettverschluss am Handgelenk befestigt werden, bieten den perfekten Halt. Einen gelungenen Kompromiss bietet das moderne Klicksystem, wie es von Leki verwendet wird. Die mit Klettverschluss um das Handgelenk befestigte Schlaufe lässt sich mit einem Klick vom Stock abnehmen.



